Heimatverein Salchendorf e.V.

 

20 Jahre Besucherbergwerk Wodanstolln

Wir feiern am 20.05.2017 das 20 jährige Jubiläum.

Ab 11 Uhr bieten wir über den Tag hinweg Führungen durch den Wodanstolln.

Getränke und Wurst vom Grill solange der Vorrat reicht


Am 30.06.1995 richtete sich der Initiator Gerhard Weyl erstmalig schriftlich an die Gemeinde Neunkirchen. Er selbst ist gelernter Bergmann, der auf der Grube Pfannenberger Einigkeit seine Ausbildung und auch sein duales Studium zum Bergingenieur absolvierte. Doch kaum war das Studium abgeschlossen, traf die Kumpel die bittere Nachricht:

Das Ende des Siegerländer Erzbergbaues ist besiegelt.

Schon 1962 wird es die zu dem Zeitpunkt tiefste Erzgrube Europas, die Grube Pfannenberger Einigkeit treffen. Damit geht nicht nur die Vermarktung von Eisenerz zu Ende, im Bergmannsort Salchendorf geht eine Lebensart zu Ende.

Viele Bergleute fahren am letzten Tag der Förderung aus der Grube und fragen sich gegenseitig:

" Und jetzt? Was machen wir jetzt"?


.Die Strukturen wandelten sich schnell und zum Glück expandierten andere Unternehmen in Salchendorf.

Allem voran die Schäfer Werke, die sich auf dem ehemaligen Grubengelände der Pfannenberger Einigkeit ansiedelten. Teils wurden die vorhandenen Gebäude übernommen, aber auch weitere Fertigungshallen und ein neues Verwaltungsgebäude wurden gebaut. Die Schäfer Werke übernahmen einen großen Teil der Kumpel in die Metallverarbeitung. Ein Segen für viele ehemalige Bergleute.

Nur das geschulte Auge erkennt die noch wenigen sichtbaren Relikte aus der bergbaulichen Vergangenheit der Gemarkung Salchendorf.

  • 5 Großgruben mit insgesamt 7 Fördergerüsten prägten das damalige Ortsbild.
  • Insgesamt gab es nach heutigem Wissensstand 62 Stollen.
  •  Zudem gab es 2 Hüttenbetriebe, die das gewonnene Erz zu Roheisen verarbeiteten.


Zurück aber zum Besucherbergwerk Wodanstolln.

Nun gab es einen Stollen, der im Wohngebiet von Salchendorf lag. Erstmals erwähnt wurde dieses Bergwerk im Jahre 1732. Mit einigen Unterbrechungen förderte man dort und über 3 zu dieser Grube gehörenden Stollen Erze, bis im Jahr 1910 der Betrieb mangels weiteren Erzaufkommen eingestellt wurde.

Im zweiten Weltkrieg nutzte man den vorderen Bereich des Stollens als Luftschutzanlage während der hintere Bereich noch bis Mitte der 70er Jahre zur Trinkwassergewinnung diente. Eine damals gängige Methode, um bei wachsender Bevölkerung und Industrie die stetige Wasserknappheit zu bekämpfen. Nach dem Bau der Obernautalsperre und der darauf gefolgten Ortsanbindung an die Zentrale Wasserversorgung, wurde der Wodanstolln zur Trinkwassergewinnung nicht mehr gebraucht.

Um 1993 kam Gerhard Weyl, in dessen Adern noch immer reichlich Bergmannsblut floss auf die Idee, dass man diesen Stollen als Besucherbergwerk nutzen könnte. Dieses würde dem Erzbergbau in Salchendorf ein Denkmal zu schaffen und interessierten Besuchern diesen ortsprägenden Bergmannsberuf näher bringen.

Der zu dieser Zeit 1. Vorsitzende, Hans Georg Jenne und einige Mitstreiter aus dem Heimatverein, darunter auch einige ehemalige Bergleute standen dem Projekt mit Herzblut zur Seite. Viele Arbeitsstunden verbrachten die ehrenamtlichen Kumpel im Stollen. Sie beräumten Verbrüche, sicherten Störzonen sicherten die Sohle und entwickelten ein Konzept für die Besucherführungen.

Im Juni 1997 war es dann soweit. Das Besucherbergwerk Wodanstolln wurde im Rahmen einer großen Feierlichkeit eröffnet. Darauf ruhte sich das Team rund um Hans Georg Jenne und Gerhard Weyl nicht aus. Sie wollten den stetig wachsenden Besucherzahlen noch mehr bieten, als nur den Fußweg durch die eigentlich schon beeindruckende Untertagewelt.

Mit Erfolg machte man sich auf die Suche nach duckluftbetriebenen historischen Werkzeugen und Maschinen, die nach der Restaurierung im Stollen verbaut wurden und man dessen Vorführung ins Führungskonzept eingliederte.

Kurz darauf erbauten die motivierten ehrenamtlichen Kumpel das bereits in den 60er Jahren abgerissene Berghäuschen originalgetreu nach.

Mehr als 10.000 Besucher wurden bis zum Jahr 2012 gezählt. In diesem Jahr verkündeten die Stollenführer Gerhard Weyl und Karl-Heinz Wiltraut, dass Sie sich aus gesundheitlichen Gründen bald aus dem Besucherbetrieb und den Instandhaltungsarbeiten zurückziehen werden.

Der damals 16 jährige bergbauinteressierte Joel Henrichs , der beireits seit einem Jahr aktiv im und um den Stollen arbeitete, wurde als Stollenführer angelernt und sollte ab 2012 noch unter Hilfe seiner Vorgänger seinen Dienst als Stollenführer der neuen Generation antreten.

Nun kam aber die schlechte Nachricht, dass der hölzerne Sicherungsverbau im Stollen in die Jahre gekommen war und zwingend erneuert werden musste. Eine Aufgabe, die Joel allein keinesfalls alleine hätte lösen können.

Bevor irgendwer nur mit dem Gedanken einer möglichen Schließung des Besucherbergwerkes denken konnte, überzeugte Joel seinen Vereinskollegen Rolf Giebeler und eine starke Truppe aus seinem Freundeskreis. Umgehend wurde mit dem Beräumen begonnen. Bald darauf wurde mit der Unterstützung eines Bergsicherungsunternehmens der Wiederaufbau der Sicherungsverbaue fertiggestellt.

2014 wurden die Arbeiten bergamtlich abgenommen und der Besucherbetrieb wieder aufgenommen. Joel beschloss, das Team weiter durch Personal zu stärken, um dem Besucherbergwerk ein langes Leben zu sichern.

Jens Pfotenhauer war der nächste, den er zur aktiven Mitarbeit in der Instandhaltung und als Stollenführer gewinnen konnte.

Kurz darauf folgte Marcel Immel, dem heutigen Leiter des Arbeitskreises.

Zu dritt packte man den ersten Projektstollen an, der im Rahmen des Arten und Naturschutzes geöffnet und gesichert wurde. Das hatte den schönen Nebeneffekt, dass weitere Helfer aus dem bergbaulich infizierten Freundeskreis die positiv gestimmte Vereinsluft schnupperten und kurzerhand dem heutigen Team Wodanstolln beitraten.

Weitere Projektstollen wurden geöffnet und unter den Richtlinien des Artenschutzes gesichert und ausgebaut. Dadurch konnte das Team sich ein geballtes Wissen und Geschick aneignen, wodurch auch andere Vereine das Team Wodanstolln zu Rate ziehen.

Das entstandene Team hegt und pflegt die Grundsteine, die durch die Initiatoren gelegt wurden und bemüht sich um stetig neue interessante Projekte, die die Bergbautradition im Ort und auch übergreifend erhalten. Selbstverständlich werden auch die weiteren Arbeitskreise im Heimatverein Salchendorf unterstützt.

Zudem schaut ein Großteil über den Tellerrand hinaus. Dazu gehört zum Beispiel die Höhlenforschung, die Höhlenrettung, Untertagefotografie, Grubenlampen, Mineralien, Sportklettern und Metallverarbeitung.

Gerne dürfen sich auch komplette Neueinsteiger melden, die gern bei uns und im Heimatverein Salchendorf mitarbeiten möchten.

 

 

 

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