Heimatverein Salchendorf e.V.

 

Der Pfannenbergturm


Als im Winter 1931/32 junge Arbeitslose den Haubergsweg auf der Höhe des Pfannenbergskopfes durchbauten, reifte in ihnen der Gedanke, an dieser Stelle einen Aussichtsturm zu errichten. In einem Schriftstück ist nachzulesen: "Immer wurde uns das Herz groß und weit, wenn wir hinabblickten in die schönen steilen Täler unseres lieben Siegerlandes.

Die ungeheure Arbeitslosigkeit, die ja als Volksgeisel am meisten unsere Jugend trifft, vermochte es nicht, uns den Glauben an höhere Ideale zu rauben."

Und so wurde das Vorhaben in Angriff genommen. Nur gestützt auf den Idealismus ihrer Mitglieder und ohne einen Pfennig in der Vereinskasse war diese Aktion ein großes Wagnis. In Gemeinschaftsarbeit mit den Eiserfelder Heimatfreunden, die das Fundament erstellten, wurde der ehemalige Förderturm des alten Schachtes der Gewerkschaft Pfannenberger Einigkeit abgebrochen und im Betrieb der Freiengrunder Eisen- und Metallwerke zu einem Aussichtsturm umgebaut. Ungeachtet der bereits fortgeschrittenen Jahreszeit mit Stürmen und heftigen Regenwettern errichteten die beiden Heimatvereine im Spätherbst 1933 den Pfannenberger Aussichtsturm, der dann am 3. Juni 1934 unter großer Teilnahme der Bevölkerung aus dem Siegtal und dem Freien Grund eingeweiht wurde. Auch eine Schutzhütte durfte nicht fehlen, denn man erhob einige Jahre Eintrittsgelder für die Turmbesteigung, die in eine separate Kasse flossen.

Aussichtsturm in den 1920er Jahren


Während der Kriegszeit diente der Turm als Beobachtungspunkt der Luftabwehr und des Zivilschutzes. Aus finanziellen Gründen übertrugen die beiden Heimatvereine Eiserfeld und Salchendorf 1979 den Aussichtsturm an den Sauerländischen Gebirgsverein (SGV), Bezirk Siegerland, der ihn im Jahr 1980 grundlegend überholen ließ. Zum fünfzigsten Geburtstag des Heimatvereines im Jahr 1981 wurde er dann mit einem großen Turmfest, bei dem die Erbsensuppe seltsam geschmeckt haben soll, wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.

Im Herbst 1995 wurde eine erneute und aus Sicherheitsgründen dringend notwendige Sanierung beschlossen. Dank vieler Spenden aus der Wirtschaft und Bevölkerung und mit maßgeblicher Unterstützung durch die NRW-Stiftung konnte auch dieses Projekt realisiert werden. Der Turm wurde komplett in seine Einzelteile zerlegt, mit Kran und Tieflader abtransportiert, grundlegend überholt und am 8. August 2000 nach dem Wiederaufbau eingeweiht.

Der auf dem 499 m hohen Pfannenbergskopf stehende Aussichtsturm mit einer Höhe von 18,65 Metern und 104 Treppenstufen ist und bleibt eine Wahrzeichen und Orientierungspunkt unserer Landschaft. Er ist ein Symbol des einst blühenden Siegerländer Bergbaus, aber auch einer einzigartigen Gemeinschaftsleistung aktiver Heimatpflege.

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